50 Jahre Philippuskirche

Unsere Philippuskirche wurde am 03.10.2015 50 Jahre

Jetzt wird die eine oder der andere denken: „Was ist das schon? Andere Kirchen haben mehrere hundert Jahre auf dem Buckel!“ - Wir aber denken: Das ist eine Zeit, in der so ein Haus Gottes schon einiges erlebt hat, das ist eine Zahl, die es verdient gefeiert zu werden!
Manche begleitet die Philippuskirche schon durch ihr ganzes Leben, sie sagen: „Das ist die Kirche, in der ich getauft, konfirmiert und getraut wurde!“ Andere erinnern sich besonders gern an Weihnachten: „Das ist die Kirche, in der ich seit Jahren zum Weihnachtsgottesdienst komme und dann wird es auch Weihnachten bei mir!“ Und für manche gehört sie zum Wochenrhythmus und sie sagen: „Das ist die Kirche, in der ich sonntags Gottesdienst feiere und so eine Pause vom Alltag erlebe.“
Manche können sich noch an die alte Kirche erinnern und dann an den Beginn der Bauarbeiten zur modernen Philippuskirche, sie sagen: „War das eine interessante Stahlkonstruktion, mit der alles begann!“
oder: „Ganz anders, die neue Kirche…“.
- Erzählen Sie uns doch Ihre Geschichte mit Philippus, zeigen Sie Ihre Bilder und aufbewahrten Schriftstücke. Kommen Sie auf uns zu, wir freuen uns!
Kontakt über:
Evang.-Luth. Pfarramt Reichelsdorf
Beim Wahlbaum 20
90453 Nürnberg
Telefon: 63 68 45
Das Kirchenlogo aus dem Programmheft zur Weihe der Philippuskirche am 03. Oktober 1965

 

- Glocken gehören zum Weihnachtsfest, und mit Glocken läuten wir das neue Jahr ein, - das gehört einfach dazu! Aber wie ist es mit dem Rest des Jahres, und dem Ablauf eines Tages, - sind Glocken noch zeitgemäß? So fragte bereits Pfarrer Lodter 1965 in der Festausgabe zur Weihe der Philippuskirche die Gemeindeglieder und schrieb: „Früher waren (Glocken) einmal das Signalzeichen für den Gottesdienst. Sie schwebten über den Dächern und waren für die Menschen, die den Himmel über dem Sternenzelt suchten, die „Stimme von oben“.
Dieses Signalzeichen konnte nicht überhört werden, denn die Reichelsdorfer Kirchengemeinde war schon mit der ersten Kirche, der sogenannten Notkirche, reich an Glocken! Bei ihrer Errichtung (1926-1927) wurden drei Glocken gegossen, davon hatte eine der neu gegründete Kirchenchor „ersungen“. Zwei Glocken mussten 1942 zu Kriegszwecken abgeliefert werden; als Ergänzung zur einen gebliebenen Glocke wurden 1952 dann weitere zwei Glocken gegossen. Im gleichen Jahr wurde ein historisches Taufglöckchen (1710) aus privater Hand übernommen. Mit dem Bau der Philippuskirche wurden dann alle Glocken erneuert und die Reichelsdorfer Gemeinde mit neun(!) Glocken von Fritz Hintermayr beschenkt. Am 18. September 1965 kamen die in Heidelberg gegossenen Glocken in Reichelsdorf an und wurden in einer schlichten Feier, bei der auch des verstorbenen Stifters gedacht wurde begrüßt. (siehe Bild) Seitdem besitzt die Philippuskirche das drittgrößte Geläute in Nürnberg! Selbst der damalige Gutachter Prof. Friedrich Högner kam aus dem Schwärmen nicht heraus: „…Herr Glockengießermeister Schilling hat ein Kunstwerk ersten Ranges geschaffen … Die Gemeinde wird an ihren Glocken viel Freude erleben…“.
So reich beschenkt, konnte die Gemeinde andere beschenken: 1966 wurde eine Glocke der nicht mehr bestehenden Notkirche nach Tansania, zwei nach Neuguinea und eine nach St. Markus, Schwabach, weitergegeben.
Kunstvoll und deutlich hörbar ist also der Ruf zum Gottesdienst, aber schon vor einem halben Jahrhundert fragt Pfarrer Lodter, ob sie die Menschen auch in Zukunft noch ansprechen werden. Er weiß: „Die Glocken wollen einen guten Dienst tun, den Menschen helfen, dass sie erkennen, wozu sie in dieses Leben gerufen sind.“ Um dies zu konkretisieren, hat jede der Glocken ihre Erinnerungsfunktion: „Die drei großen Glocken weisen hin auf den Dreieinigen Gott, die vierte Glocke weist hin auf das Abendmahl, die fünfte auf die Taufe. Die vier Zimbelglocken variieren das Thema der größten Glocke, also Universalität und Ökumene; die vorletzte Glocke will mit ihrer Aufforderung „Dienet dem Herrn mit Freuden“ hinweisen auf die Diakonie, da die Kirche ja den Namen des Armenpflegers Philippus trägt.“
Hier lässt sich nur mit dem Wunsch Lodters (1959-1972 Gemeindepfarrer in Reichelsdorf) schließen: „Möge der volltönende Ruf der neuen Glocken uns Heutige und die kommende Generation zur Mitte und zum Ziel weisen!“
Die Zitate und Informationen stammen aus dem Reichelsdorfer Kirchenbote, Festausgabe zur Weihe der Philippuskirche am 3. Oktober 1965 sowie aus dem Nürnberger Glockenbuch, Nürnbergs Glocken in Geschichte und Gegenwart, Dieter Schmidt, 2003.
Anja Fuchs

Feier zur Einholung der neun neuen Glocken